Dokumentationszentrum Zukunft: Walhalla II

By-Peter-Behrbohm

WALHALLA II IST EIN DENKMAL, DAS ES GEGEBEN HABEN WIRD. JETZT WERDEN DIE RELIKTE DIESER ZUKUNFT AUSGEGRABEN.

WALHALLA II ist das Preenactment eines Denkmals. Ein Ort, der durch die Tendenzen der Gegenwart denkbar geworden ist – die spekulative Archäologie und Aufarbeitung einer möglichen Epoche. „Der Versuch, die Zukunft Europas und vor allem Deutschlands langsam und behutsam zu ruinieren.“ Zwischen September und Oktober 2018 werden im öffentlichen Stadtraum von Hamburg und Berlin archäologische Ausgrabungen durchgeführt, um Dokumente, Reste, Ruinenteile und Beweismittel eines zukünftigen WALHALLA II Denkmals zu bergen. Diese Artefakte einer spekulativen Zukunft werden im Rahmen zweier Sonderausstellungen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Für zwei Wochen präsentiert das DOKUMENTATIONSZENTRUM ZUKUNFT die spektakulären Funde in Hamburg und Berlin. THE FUTURE WAS MIGHT BE CONFUSING. Das Dokumentationszentrum sieht sich als institutionalisierte Kassandra, jene von Apollon verfluchte Weissagerin, der niemand Glauben schenken wollte, weil es bequemer ist, sich in einer diffusen Angst vor der Zukunft einzurichten, als sich mit der Warnung vor dem auseinanderzusetzen, was bereits beginnt am politischen Horizont der Gegenwart sichtbar zu werden. Die Sonderausstellungen versprechen Aufarbeitung des Kommenden, Einfühlung in das Mögliche, und kritische Reflexion auf eine Epoche, die auf viele noch wartet, einige herbei sehnen und andere zerstören werden. Wie verantwortlich ist Ästhetik und wie machtvoll das Dokument, die Zeugen und die Phantasie? Bei Walhalla II geht es um die Frage, ob eine spekulative Archäologie in der Lage ist in ein störendes Verhältnis zur Wirklichkeit zu treten. Das Dokumentationszentrum reagiert damit auf eine politische Praxis, die ständig neue, auf Fiktionen beruhende Echokammern generiert.

Non-Stop-Grabung Hamburg (Domplatz): 13.09. bis 16.09. 2018
Ausstellung WALHALLA II – Hamburg
(Dokumentationszentrum Zukunft, Sootbörn 22, 22453 Hamburg): 21.09. bis 30.09. 2018

Non-Stop-Grabung Berlin (Am Molkenmarkt): 4. bis 7. Oktober 2018
Ausstellung WALHALLA II – Berlin
(Dokumentationszentrum Zukunft, Alte Münze Berlin, Am Molkenmarkt 2, 10179 Berlin): 11.10. bis 21.10. 2018

Konzeption, Archäologie, Planung, Architektur und Kuration: Peter Behrbohm, Josephine Hans, Anselm Schenkluhn, Bastian Sistig, Kolja Vennewald Text und Dokument: Holger Fröhlich, Julia Lauter, Philipp Röding Bildrecherche, Dokumentation, Archiv und Expedition: Jonas Fischer, Philipp Meuser Tonfragmente: burgund t brandt Artefakte: Lena Marie Emrich, Samantha Bohatsch, Karoline Schneider, Øystein Aasan, Marie Köhler, Zuza Golinska, Gregor Rozanski Grabungteam: Daniel Degeest, Alyssa Marie Warncke, Josema Enriquez, Sarah Besch, Andrea Krohn, David Gómez, Klara Oehler u.a. Vermittlung: Janine Meißner Produktionsleitung: Friederike Schneider Beratung: Maria Kusche Technische Leitung: Florian Fink Technische Mitarbeit: Walter Habrich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Melanie Marten

Eine Produktion von PARA Inc und dem Dokumentationszentrum Zukunft.
Das Projekt wird gefördert vom Hauptstadtkulturfonds, aus Mitteln der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien, Monika Grütters, der Hamburgischen Kulturstiftung und der Kulturbehörde Hamburg. In Kooperation mit dem Künstlerhaus Sootbörn Hamburg, der Alten Münze Berlin und dem 2OG – contemporary opportunities. Mit freundlicher Unterstützung des Archäologischen Museums Hamburg, des Landesdenkmalamtes Berlin und dem Museum für Vor- und Frühgeschichte der Staatlichen Museen zu Berlin. Ein Beitrag zum Europäischen Kulturerbejahr 2018.

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