Dingkapseln
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Eine künstlerisch-wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Walter Benjamins Werk Berliner Kindheit um 1900

Im Rahmen des Forschungsmoduls Formen aus Formen bei Herrn Prof. Dr. Christian Blümelhuber und Herrn Prof. Dr. Thomas Düllo hat sich Alina Czeczinski mit der Verformung von Walter Benjamins Werk Berliner Kindheit um 1900 auseinandergesetzt. Wie war das Leben in Berlin zu dieser Zeit? Wie kann man Erzähltes verdinglichen? Was sind Formen aus Formen?

Diesen und vielen weiteren Fragen geht sie mit ihrem Projekt Dingkapseln nach. Der Betrachter wird mit auf eine Zeitreise in das Berlin um 1900 genommen. Er begegnet eigenwilligen und unbekannten Dingen. Die Arbeit verdinglicht die im Werk beschriebenen Kindheitssplitter von Walter Benjamin. So hat Alina Czeczinski zum Beispiel die Steglitzer Ecke Genthiner mithilfe eines Winkels dargestellt. Die zu betrachtenden Objekte in den Kapseln vermeiden eine illustrative Darstellung, vielmehr erzählen sie eine Geschichte, verdeutlichen Zusammenhänge und sind durch unterschiedliche Darstellungsweisen, etwa Fühlen oder Sehen, verformt. Es sind also Formen aus Formen. Dabei wird die vorgegebene Struktur des Buches, aufgeteilt in aufeinanderfolgende Kapitel, bewusst durchbrochen – hier dargestellt durch die einzelnen Buchseiten auf der Tischoberfläche. Um die Forschungsergebnisse der Öffentlichkeit zu präsentieren, wurde die Arbeit beim Rundgang der Universität der Künste Berlin im Sommersemester 2019 ausgestellt. Das Auf- und Zumachen der Dingkapseln war dabei ausdrücklich erwünscht.